Soziales

Krautheimer Werkstätten gem. GmbH

Die Krautheimer Werkstätten für Menschen mit Behinderung gem. GmbH ist eine von behinderten Menschen gegründete Werkstatt, die der Eingliederung von Menschen mit Behinderungen in das Arbeitsleben dient.
Krautheimer Werkstätten gem. GmbH
weißes
In der Au 15
74238 Krautheim
Über
Krautheimer Werkstätten gem. GmbH
Gründungsjahr:
1972
Mitarbeiter:
40
Berufe:
  • Handwerks- oder Industriemeister*
  • Heil- und Erziehungsberufe
  • Altenpflegeberufe
  • Ergotherapeuten/innen
  • Verwaltungs- und Sozialberufe

*wir fördern die arbeitsbegleitende Zusatzausbildung zur Fachkraft für Berufliche Bildung und BehinderungBerufsgruppen

Gesellschaftliche Teilhabe ist unsere Hoffnung. Für Alle!

Wir haben die Bilder der Flut noch vor Augen. Tausende verlieren Hab und Gut. Leerstehende Geschäfte erinnern derzeit allerorts an aufgegebene Existenzen.
Nicht mehr nur behinderte und alte Menschen, sondern jeder, der eine Zeit in häuslicher Quarantäne verbringen muss, macht jetzt Erfahrungen damit, wie es ist, abhängig von der Hilfe anderer Menschen und völlig isoliert zu leben.

Ganz gleich wann und wo das Schicksal seine Schatten auf uns wirft, um in existenzieller Not noch Hoffnung entwickeln zu können, braucht es gute Beispiele. Die Beobachtung, dass alle, die im Licht der Öffentlichkeit gesellschaftlich Verantwortung tragen, zu allen Zeiten alte und neue Barrieren beseitigen, damit die im Dunkeln mit ihrem Schicksal sichtbar bleiben und nicht vergessen werden, ist die Grundlage gesellschaftlicher Teilhabe.

„Denn die einen sind im Dunkeln, und die anderen sind im Licht. Und man sieht nur die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht“.
Berthold Brecht

1958 – Behinderte Menschen gründen eine Firma!

Sie hatten keinen Grund zur Hoffnung auf die Rückkehr in ein normales Leben. Kriegsopfer, Querschnitts- oder Poliogelähmte scheiterten, weil Treppenhäuser in Wohnanlagen und Fabriken für Rollstuhlfahrer unüberwindbare Barrieren waren. Zum Leben in großen Behindertenheimen als Pflege- und Sozialfall gab es keine Alternative. Und Tausende von Betroffenen verschwinden aus dem öffentlichen Leben und mit Ihnen die Verantwortung für ihr Schicksal. In großen Heilanstalten machen sie die Erfahrung, dass Einzelne allein den Weg zurück nicht finden. Eine kleine Schicksalsgemeinschaft will gemeinsam erreichen, was allein nicht geht. In Krautheim bündeln sie ihre Kräfte. Bald sind sie mit Arbeitslosenprojekten erfolgreich und gründen 1972 ihre eigene Firma.

„Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut geht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn macht, egal wie es ausgeht.“
Vaclav Havel
Innenansicht eines lichtdurchfluteten Gebäudeflurs in Holzbauweise
Der vollständig barrierefreie Neubau der Krautheimer Werkstätten wurde 1991 bezogen

1972 – Inklusion entsteht im Hohenlohekreis

Wenn „ideelle Werte“ so viel Hoffnung und Kräfte freisetzen können, dass aus Sozial- und Pflegefällen erfolgreiche Arbeitgeber werden, dann ist das eine sehr außergewöhnliche Entwicklung. Spätestens wenn dieselben „ideellen Werte“ der selbst behinderten Jungunternehmer aus Krautheim sich 40 Jahre später im Grundgesetz der Bundesrepublik und im Landesrahmenvertrag in Baden-Württemberg wiederfinden und dort Allgemeingültigkeit erlangen, muss diese Entwicklung doch Fragen aufwerfen. Was also ist es, das Inklusion damals wie heute ausmacht? Es ist eine Schicksalsgemeinschaft, die niemanden im Stich lässt! Die Voraussetzung dafür, dass eine Gesellschaft ihre wahre Stärke entwickeln und zeigen kann, ist, dass sich die ideellen Werte nicht den materiellen Interessen unterordnen müssen. Nur auf diese Weise war es möglich, hier seit 1972 mit jedem neuen Arbeitsplatz immer nur ein weiteres, konkretes Schicksal zum Guten zu wenden.

„Die Vergangenheit hört nicht auf, sie überprüft uns in der Gegenwart.“
Siegfried Lenz
Ein Mann im Rollstuhl nutzt im Flur eines Hauses ein Desinfektionsgerät, dahinter warten weitere Menschen im Rollstuhl
In Krautheim hat die Mehrheit der Beschäftigten umfassenden Unterstützungsbedarf

2021 – Eine starke Gemeinschaft, auf die man sich verlassen kann

Seit der Gründung 1972 stellen Menschen mit schweren körperlichen Behinderungen ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis: Seit 1992 zusammen mit seelisch behinderten Menschen. Die Mehrheit der Beschäftigten mit umfassendem Unterstützungsbedarf in Krautheim (51%) bildet in Baden-Württemberg (2,7%) bundesweit inzwischen eine Minderheit, die schon bald aus den Werkstätten des Landes ganz verdrängt wird.  
Das Paradoxe: Umfassende Assistenzleistungen, wie „Essen klein schneiden“ oder „Hilfe beim Toilettengang“ können aufgrund fehlender landesrechtlicher Regelungen für eine unbedeutende Minderheit weiterhin dann nicht finanziert werden, wenn Menschen mit umfassendem Assistenzbedarf im Arbeitsbereich einer Werkstatt arbeiten wollen. Wenn sie aber nicht arbeiten wollen, können alle Betreuungsleistungen vollumfänglich verhandelt und refinanziert werden.

Eduard Knoll schreibt dazu 1958:

„Noch ist unsere Schicksalsgemeinschaft zu klein um Einfluss (…) geltend machen zu können. Es scheint ein Übel unserer Zeit zu sein, dass alle Werte zu stark nach Größe und Zahl (…) bemessen werden und dadurch der ideelle Wert und das soziale Wollen unverstanden und missachtet bleibt. Denn was bedeutet es schon für viele Menschen, wenn es nur 15.000 bis 20.000 Gehbehinderte aller Art (…) gibt! Dies sind doch für sie keine Zahlen, die beindrucken könnten!“
Grafisch, mit Mengenkreisen und roten und grünen Punkten darin, sind die Begriffe Exklusion, Separation, Integration und Inklusion dargestellt.
Der Weg von der Ausgrenzung zur Inklusion.

Inklusion ist eine Schicksalsgemeinschaft die niemanden zurücklässt! Das haben Menschen in den Krautheimer Werkstätten schon immer erfahren.

Stefan Blank
Geschäftsführer, Krautheimer Werkstätten gem. GmbH
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